Kultur: Was der Ara Damenschuh über den Menschen aussagt

Der Schuh, der heute so selbstverständlich in so vielen Variationen gekauft werden kann, nimmt in der Kulturgeschichte des Menschen eine wichtige Rolle ein. Er gehörte nicht immer zur Ausstattung des Menschen, der sich in seinen Anfängen ja bekanntlich barfuß durch die Lande bewegte. Während heute ganz selbstverständlich hochwertige Ara Markenschuhe im Internet bestellt werden und jeder Mensch nach seinem Geschmack und einem bestimmten Anlass seine Schuhe auswählt, banden sich die Steinzeitmenschen Felle um die Füße, um sich zu wärmen oder vor unwegsamem Gelände geschützt zu sein. Im Lauf der Zeit entwickelten sich daraus die Schuhe von heute – ein Werdegang, der viel Wissen birgt, der aber auch Probleme verursacht.

Der berühmte Schuhtick: Mehr als ein Klischee

Es gibt viele Frauen, die es vehement abstreiten, einem Schuhtick erlegen zu sein. Sie wollen es nicht wahrhaben, dass ihre Wahrnehmung beeinträchtigt wird, sich ihr Verhalten verändert, sobald sie ein Schuhregal auch nur in der Nähe finden. Noch exzessiver wird dieses Ausnahmeverhalten, wenn „reduziert“ in roten Lettern im Online Shop aufblinkt oder als Plakat im Schaufenster des Schuhladens zu lesen ist. War der Schuh – und seine Vorläufer – einst zum Schutz der Füße gedacht, entwickelte sich daraus eine völlig andere Wertigkeit. Heute lesen die Fans moderner Schuhe im Schuh-Blog, werden auch dann Schuhe gekauft, wenn man sie gar nicht braucht und nimmt dieses besondere Accessoire auch manche Merkwürdigkeit im Leben ein.

Schuhe stellen die Persönlichkeit dar

Ein Mauerblümchen mit Lackleder High Heels? Ein Manager in ausgetretenen Turnschuhen? Das sind Stilbrüche – und damit reizt man die Menschen. Ein Joska Fischer muss sich heute noch anhören, dass er in Turnschuhen selbst auf den wichtigsten politischen Ereignissen erschien – obwohl er heute durchaus „ordentliche“ – das heißt standesgemäße – Schuhe an den Füßen hat. Diese Turnschuhe erregten die Gemüter so sehr, dass sie sogar heute im Deutschen Ledermuseum (http://offenbach.wikia.com/wiki/Deutsches_Ledermuseum) ausgestellt sind – ein Kulturgut der besonderen Art, für jedermann zu besichtigen. Die ausgetretenen, weißen Turnschuhe sind so interessant, dass sie zwischen Grabfunden und Kaiser-Schuhen einen wichtigen Platz im Museum eingenommen haben.

Schuhe als Statussymbol

Vor allem im Mittelalter merkte man es sehr deutlich, wer Ansehen und Geld genoss, wer aber arm und unwichtig war. Die Schuhe ordneten die Menschen  einer Gesellschaftsschicht zu: Der Bettler hatte keine oder löchrige Schuhe, mancher König, Kaiser oder deren Gattinnen und Mätressen hatten jeden Tag ein Paar neue – aus den feinsten Materialien, edel mit Stickereien verziert und mit Edelsteinen und Gold verschönert. Ein armer Bauer, ein Handwerker – Menschen mit harter täglicher Arbeit – konnten an diesem Schuhtrend nicht teilhaben. Wer die Fähigkeit besaß, sich Schuhe zu „basteln“, trug einfache Holzsohlen, wickelte sich Stoffe um die Füße – oder ging barfuß, denn Schuhe waren teuer und nicht erschwinglich, wenn die Einkünfte gerade ausreichten, dass die großen Familien etwas zu Essen auf dem Tisch haben konnten. Heute besteht dieser Unterschied zwischen arm und reich auf gewisse Weise noch immer – nur nicht mehr in solch drastischen Ausmaßen. In der heutigen Zeit sind die „Klassenunterschiede“ an der Herkunft und am Material der Schuhe zu erkennen. Discounter versus italienische Lederschuhe, Wühltisch contra Markenware. Lediglich im Mittelklassesegment treffen sich die, die Qualität und Design vereinen wollen, dabei aber auf die großen Namen aus der Modewelt keinen Wert legen beziehungsweise nicht auf Maßanfertigungen bestehen. Barfuß zu laufen ist heute ein Teil der Freizeit und bezeichnet zumindest in der zivilisierten Welt nicht mehr die Zugehörigkeit zu einem armen Teil der Bevölkerung. Dennoch bekommen Menschen, die barfuß in einem Geschäft einkaufen gehen, skeptische Blicke zugeworfen. Dass der Schuh also noch – beziehungsweise gerade – heute eine besondere Aussagekraft enthält, ist völlig normal; dazu auch ein interessanter Beitrag auf www.welt.de.

Schuhe als Kulturgut im Museum

Gerade, wenn Museen sich als Inhalt ihrer Ausstellungen der Geschichte eines Volkes oder einer Region ausgesucht haben, werden Schuhe oft als Exponat gezeigt. Wie die Fischer an den deutschen Küsten lebten und welche Schuhe sie bei ihrer Arbeit trugen, kann dabei genauso spannend für die Museumsbesucher sein, wie die Geschichte des indianischen Mokassin, die Historie der Cowboystiefel und andere verwandte Themen. Eines von weltweit mehreren Museen, das sich einzig und allein der Geschichte der Schuhe verschrieben hat, ist das Schuhmuseum Hauenstein. Passend untergebracht in einer stillgelegten Schuhfabrik sind hier Ausstellungsstücke aus den diversen Epochen, aus verschiedenen Gesellschaftsschichten zu sehen – und auch Werkzeuge aus der Geschichte der Schuhmacherei, neben den hunderten Schuh-Paaren, die bekannte Persönlichkeiten getragen haben.

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