Vom Lagerfeuer zur High Tech Dunstabzugshaube: Kultur und Zivilisation

Essen bedeutet in der wichtigsten Konsequenz zunächst einmal Lebenserhaltung. Wer nicht oder nicht ausgewogen und ausreichend isst, wird krank. Eine Versorgung mit Nahrung und den wichtigen Bestandteilen – also Vitaminen, Mineralstoffen und so weiter – muss nun erfolgen, denn sonst kann auch der Tod die Folge sein. Darüber wussten die Menschen in den Anfängen der Menschheitsgeschichte noch nichts – sie handelten instinktiv und aßen, was sich ihnen an Nahrung bot. Mit dem Feuer war dann die erste Küche geboren. Das Feuer musste am Brennen gehalten werden, weswegen die Frauen in den Höhlen beziehungsweise in der Nähe des Lagers blieben, während die Männer Wild erlegten und das Essen nach Hause brauchten. Der Mensch als Sammler und Jäger hatte plötzlich eine neue Art und Weise der Essenszubereitung für sich entdeckt. Keiner, der sich heute gerade eine neue Küche einrichtet und eine High Tech Dunstabzugshaube zum Induktionsherd kauft, könnte sich vorstellen, so zu leben – die Geschichte brachte Kultur und Zivilisation, natürlich aber hochentwickelte Technik in die Essensgewohnheiten der Menschen.

Archäologie bringt Einblick in die „alten Küchen“

Als sich die Hochstelle von einem einfachen Lagerfeuer zu einer funktionellen Arbeitsstätte zu wandeln begann, war man noch weit von den Gebräuchen der heutigen Zeit entfernt. Es gab in der Steinzeit keine Töpfe, Pfannen oder Essgeschirr. Dennoch kannten die Menschen damals schon viele Tricks – aus Holz geschnitzte Schöpflöffel, behauene Steine als Kochgeschirr, Lederhäute und vieles mehr diente der Essenszubereitung beziehungsweise dem Arbeiten in der Küche. Lehmöfen begannen, die einfachen Feuerstellen abzulösen. Gerade die Funde aus der Jungsteinzeit sind sehr aufschlussreich; sie führen zurück in die Anfänge der Entwicklung der heutigen Küche.

Je mehr Kultur sich in der Zubereitung des Essens zu bilden begann, umso zivilisierter ging es auch beim Essen zu. Gemeinsame Mahlzeiten an Tischen, mit Geschirr und später auch Besteck begann, menschliche Sitte zu werden – je reicher und wohlhabender die Menschen waren, umso zivilisierter im heutigen Sinne nahm man auch das gekochte Essen zu sich. Ein Bild und eine Beschreibung der Esskultur im alten Rom sind auf www.zum.de veröffentlicht. Hier ist auch ein Rezept zu finden, in dem etwas zur damaligen Zeit noch nicht überaus lange bekanntes aufgelistet ist: Gewürze und Kräuter, die die Steinzeitmenschen in dieser speziellen Verwendung nur sehr wenig bis gar nicht kannten. In Museen sind die verschiedensten Küchen aus diversen Epochen manchmal nachgebaut, dann und wann aber auch aus Funden von Ausgrabungen rekonstruiert. Offene Feuerstellen hielten sich – vor allem bei der ärmeren Bevölkerung – noch bis weit in das Mittelalter; die Entdeckung und sich schnell verbreitende Verwendung von Metall als Baustoff für Öfen und Material für die Geschirrherstellung lösten diese Kochstellen aber endgültig ab.

Kultureller Abend: Die Haute Cuisine als Ausgehprogramm

So, wie viele Menschen ins Theater oder in die Oper gehen, um sich etwas Kultur zu gönnen, hat ein Abend im Restaurant unter Umständen den gleichen Anspruch. Natürlich nicht unbedingt beim Italiener um die Ecke, beim Dönerstand oder in einer Fast Food Kette. Wer Kultur auf dem Tisch haben möchte, widmet sich der Haute Cuisine, der „gehobenen Küche“. Dieser besondere Genuss geht, wie der Autor bei de.wikipedia.org/wiki/Haute_Cuisine berichtet, auf die französischen Herrscherhäuser zurück. Die Esskultur begann sich zu entwickeln, damals zumindest im adeligen Umfeld. In den armen Häusern aß man weiterhin einfach zubereitete Speisen, froh darüber, überhaupt etwas zu Essen zu haben. Feinste lukullische Genüsse verspricht die Haute Cuisine bis heute; wer hier ein entsprechendes Sternekoch Restaurant besucht, weiß sich zu benehmen, ist schick gekleidet und versteht es, wenn die Teller wegen der Quantität des Essens nicht überquellen, sondern voller kleiner Delikatessen sind. Die Küchen der Moderne haben sich geändert, die Lebensmittelauswahl ist unvergleichbar höher, das Angebot an Speisen ist dementsprechend mitgewachsen. Convenience Produkte sind überall erhältlich; ein Feuer gibt es höchstens noch im Grill – doch der Hunger muss auf egal welche Weise immer noch – wie seit Urzeiten – zur Lebenserhaltung gestillt werden.

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