Kulturdenkmäler, Denkmalschutz: Besondere Immobilien nebenan

Denkmalschutz ist ebenso wichtig, wie er für manche Immobilienbesitzer zur Plage werden kann. Die Kultur, die sich durch die Architektur erhalten hat, muss jedoch bewahrt werden; schließlich sollen auch die Kinder der heutigen und folgenden Generationen noch sehen können, wie sich ihre Geschichte aufbaute, wie alles, was gerade existiert, zustande kam. Historische Stadtkerne mit ihren Altbauten, aber auch alte Bauernhöfe und ganz normale Wohnhäuser können  von der Denkmalschutz Verordnung betroffen sein. Diese Verpflichtung, die Kultur einer Region, einer Epoche, eines Stückchens der Menschheitsgeschichte zu bewahren, ist mit Auflagen verbunden, die zum Beispiel Gewerbeimmobilien in den Stadtzentren sehr empfindlich treffen. Gerade hier werden die Sanierungsmaßnahmen an den Fassaden extrem teuer – das Gesamtbild am alten Stadtplatz oder Marktplatz soll jedoch erhalten werden. Die Hausbesitzer sind dementsprechend in der Pflicht, genießen jedoch zum Teil auch Förderungen und steuerliche Vergünstigungen. Dennoch kann vieles nicht einfach realisiert werden; ein Beispiel sind moderne Kunststofffenster, die Energiekosten senken könnten, jedoch nicht zur Immobilie passen. Beinahe jeder Schritt, der in Sachen Renovierung und Nutzung gegangen wird, muss mit den Behörden abgesprochen und von diesen genehmigt werden. Abtragung eines Kulturdenkmals Wie etwa im Museumsdorf Bayrischer Wald zu sehen, können uralte, kulturell bedeutsame Bauwerke Stück für Stück abgetragen, um an anderer Stelle wieder aufgebaut zu werden. Zu sehen auf www.museumsdorf.com ist die eigene Ortschaft, die auf diese Weise entsteht. Alte Schulgebäude, Bauernhöfe, Handwerksbetriebe aus vergangenen Jahrhunderten: Eine richtige Siedlung entsteht hier, wie sie auch vor 200 Jahren bestehen hätte können. Die einzelnen Bauwerke stammen aus den verschiedensten Ortschaften. Ihre Verlegung sichert den Erhalt dieses Relikts aus der Vergangenheit; im Prinzip sind alle Gebäude so aufgebaut, dass sie jederzeit bezogen werden könnten. Uralte Herde, die originalen Fenster und Möbel: Der Besucher im Museumsdorf fühlt sich, wie in vergangene Zeiten zurückversetzt. Der Abbau der alten Gemäuer ist selbstverständlich nicht ohne Probleme durchzuführen. Die Dokumentation der Abbauarbeiten ist in dieser Sache von oberster Priorität, denn Stein für Stein und Brett für Brett wird am Zielort alles wieder exakt so aufgebaut, wie es auseinander genommen wurde. Mit viel Sorgfalt und Fachwissen werden kleinere Reparaturen ausgeführt: Ein kaputter Dachbalken wird nicht mit umgebaut – er wird ausgetauscht, dabei aber in der Bauweise der ursprünglichen Herstellungszeit der Immobilie gefertigt und verbaut. Für den Grundstücksbesitzer, auf dessen Boden das alte Gemäuer stand, bringt dies den Vorteil, sich nicht mehr selbst um das Kulturdenkmal kümmern zu müssen. Aufgaben der Denkmalpflege Ausführlich auf www.denkmalpflege-hessen.de beschrieben, hat der Denkmalschutz – nicht nur im Bundesland Hessen, sondern mit kleinen Unterschieden in der Art der Behandlung dieses sensiblen Themas – eine wichtige Funktion. Er soll alle erhaltenswerten Kulturdenkmäler schützen und deren Vernichtung beziehungsweise deren Verfall verhindern. Eine Aufgabe ist es auch, zum Beispiel in Altbau Zentren in einem Stadtkern auf ein ansehnliches Gesamtbild zu achten: Der industrielle Hallenbau hat hier nichts verloren. Des Weiteren kommen zum Beispiel die Taubenabwehr und andere Natureinflüsse auf die Aufgabenliste des jeweiligen Amtes für Denkmalpflege. Wird die Fassade eines Kulturdenkmals durch darin nistende Tauben in Gefahr gebracht, wird der Besitzer dieser Immobilie in die Pflicht genommen; allerdings fungiert das Landesamt für Denkmalschutz hier auch unterstützend und beratend. Der Besitz der alten und ehrwürdigen Gebäude soll für die Besitzer ja nicht zur absoluten Strafe verkommen. Bei den Behörden wird übrigens zur Dokumentation des Erhalts des Kulturgutes ein Denkmalbuch geführt. Hier werden alle Baumaßnahmen, Besitzerwechsel und sonstigen wichtigen Details festgehalten. Die Sorge um die Relikte aus der Geschichte der Menschheit steht jedoch am Ende immer über den persönlichen Belangen eines Immobilienbesitzers. Bis hin zu einer angeordneten Zwangsmaßnahme kann der Arm des Gesetzes reichen, wenn zum Beispiel Modernisierungen, die der Besitzer wünscht, nicht mit der Richtlinie der Denkmalpflege kompatibel sind.

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